Brandenburgische Pflegehygieneverordnung – BbgPflegeHygV

Pflegehygiene­verordnung einfach erklärt

Was die Brandenburgische Pflegehygieneverordnung für Pflegeheime bedeutet – und warum sich Einrichtungen frühzeitig auf vergleichbare Anforderungen vorbereiten sollten.

Mehr Struktur, klare Verantwortlichkeiten, fachliche Beratung, Risikoprofil, Hygieneplan, Schulung und Dokumentation – verständlich eingeordnet für Heimleitung, PDL, QM und Träger.

Für Pflegeheime & TrägerVerständlich erklärtPraxisnah umgesetztBeratung durch Hygieneexperten
Pflegedienstleitung mit Tablet in modernem Pflegeheim
Überblick

Was ist die Brandenburgische Pflegehygieneverordnung?

Die Brandenburgische Pflegehygieneverordnung regelt Maßnahmen zur Verhütung, Erkennung, Erfassung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten in vollstationären Pflegeeinrichtungen und vergleichbaren Einrichtungen. Sie macht deutlich, dass Hygiene im Pflegeheim nicht nur ein Hygieneplan im Ordner ist, sondern ein organisiertes, geschultes und dokumentiertes System.

Wichtig ist dabei: Die Verordnung verbindet Infektionsschutz mit dem Ziel eines würdevollen und selbstbestimmten Lebens und Wohnens. Pflegeheime sollen nicht zu Krankenhäusern werden – sie benötigen aber klare Hygienestrukturen, die im Alltag funktionieren.

Kernbotschaft

Pflegeheime müssen Hygiene künftig stärker organisieren, fachlich begleiten lassen und nachweisbar dokumentieren.

Verordnungstext (PDF) herunterladen
Bundesweite Relevanz

Warum Pflegeheime in ganz Deutschland hinschauen sollten

Aktuell gilt die Brandenburgische Pflegehygieneverordnung für Brandenburg. Sie kann jedoch als Signal verstanden werden: Hygiene und Infektionsprävention in Pflegeeinrichtungen werden verbindlicher, strukturierter und prüfbarer. Auch andere Bundesländer könnten ähnliche Anforderungen konkretisieren.

Deshalb ist es sinnvoll, bestehende Hygienestrukturen frühzeitig zu überprüfen – bevor neue Vorgaben kurzfristig umgesetzt werden müssen.

Frühzeitig vorbereitet

Wer jetzt Strukturen schafft, vermeidet hektische Nachbesserungen bei neuen Anforderungen.

Prüfsicherheit verbessern

Dokumentierte Prozesse erleichtern Gespräche mit Gesundheitsamt, MD und internen Auditoren.

Bewohner und Mitarbeitende schützen

Klare Hygienestrukturen reduzieren Risiken bei MRE, Norovirus, C. difficile und anderen Infektionsgefahren.

Geltungsbereich

Welche Einrichtungen sind betroffen?

Vollstationäre Pflegeeinrichtungen

Pflegeheime nach SGB XI, in denen Bewohnerinnen und Bewohner dauerhaft leben und gepflegt werden.

Einrichtungen der Eingliederungshilfe

Vergleichbare Einrichtungen, wenn dort regelmäßig qualifizierte oder invasive medizinische Behandlungspflege durchgeführt wird.

Außerklinische Intensivpflege

Vergleichbare Einrichtungen, in denen Leistungen nach § 37c SGB V erbracht werden.

Auch wenn Ihre Einrichtung nicht in Brandenburg liegt: Die Anforderungen zeigen, welche Hygienestrukturen künftig stärker erwartet werden können.

Anforderungen

Die wichtigsten Anforderungen einfach erklärt

Was bedeutet das konkret für Heimleitung und Träger?

01

Verantwortung von Träger und Leitung

Träger und Leitung müssen die organisatorischen, personellen und baulichen Voraussetzungen für Hygiene und Infektionsprävention sicherstellen.

02

Infektionshygienisches Risikoprofil

Jede Einrichtung benötigt eine strukturierte Bewertung ihrer individuellen Infektionsrisiken.

03

Beratung durch Hygienefachkraft

Die Einrichtung muss regelmäßig fachlich durch eine geeignete Hygienefachkraft beraten werden.

04

Hygienebeauftragte Pflegefachkraft

Mindestens eine hygienebeauftragte Pflegefachkraft muss benannt und entsprechend qualifiziert werden.

05

Hygieneplan & Unterweisungen

Der Hygieneplan muss aktuell, zugänglich, verständlich und praktisch geschult sein.

06

Dokumentation & Nachweise

Schulungen, Beratungen, Zuständigkeiten, Maßnahmen und Abstimmungen müssen nachvollziehbar dokumentiert werden.

Risikoprofil

Das infektionshygienische Risikoprofil wird zum Dreh- und Angelpunkt

Ein zentrales Element der Pflegehygieneverordnung ist das einrichtungsspezifische Risikoprofil. Es beschreibt, welche Infektionsrisiken in einer Einrichtung bestehen und welche Maßnahmen daraus folgen.

Dieses Risikoprofil beeinflusst unter anderem den Beratungsbedarf, die Aufgaben hygienebeauftragter Pflegefachkräfte, Schulungsthemen und organisatorische Maßnahmen.

Unterstützung

Sie möchten wissen, wie Ihr Risikoprofil aussehen sollte? Die Hygieneexperten unterstützen Sie bei der strukturierten Ersteinschätzung.

Visuelle Checkliste

Typische Risikofaktoren in Pflegeeinrichtungen

  • Bewohner mit chronischen Wunden
  • Katheter, PEG, Tracheostoma oder invasive Versorgung
  • Bewohner mit MRSA, MRGN, VRE oder C. difficile
  • Norovirus- und Atemwegsinfektionsrisiken
  • Häufige Krankenhausaufenthalte und Rückverlegungen
  • Gemeinschaftlich genutzte Sanitär-, Wohn- und Speisebereiche
  • Externe Dienstleister mit Bewohnerkontakt
  • Fehlende oder unklare Hygieneschulungen
  • Veraltete Hygienepläne
  • Lückenhafte Dokumentation
Schlüsselrolle

Hygienebeauftragte Pflegefachkraft: neue Schlüsselrolle im Pflegeheim

Die hygienebeauftragte Pflegefachkraft unterstützt die Einrichtung dabei, Hygieneanforderungen im Alltag umzusetzen. Sie ist Schnittstelle zwischen Leitung, Pflege, Hygienefachkraft, Bewohnern und Mitarbeitenden.

Aufgaben

  • Mitwirkung bei der Erkennung pflegeassoziierter Infektionen
  • Mitarbeit am Hygieneplan
  • Unterstützung bei Umsetzung und Kontrolle von Hygienemaßnahmen
  • Mitwirkung bei Ausbruchsmanagement
  • Unterstützung bei Schulungen und Belehrungen
  • Beratung von Bewohnerinnen und Bewohnern im erforderlichen Umfang

Qualifikation

  • Pflegefachkraft
  • Mindestens zweijährige praktische Berufserfahrung
  • Fortbildung zur hygienebeauftragten Pflegefachkraft
  • Grundkurs mit mindestens 40 Unterrichtseinheiten
  • Regelmäßige Fortbildung mindestens alle zwei Jahre
Interesse an einer Schulung?
Wir bieten praxisnahe Fortbildungen für Ihre Pflegefachkräfte.
Dokumentation

Welche Nachweise sollte ein Pflegeheim bereithalten?

Die Verordnung zeigt klar: Entscheidend ist nicht nur, dass Hygiene umgesetzt wird, sondern dass Zuständigkeiten, Beratungen, Schulungen und Maßnahmen nachvollziehbar dokumentiert sind.

Pflegehygiene-Ampel

Wie gut ist Ihr Pflegeheim vorbereitet?

Grün

Gut vorbereitet

  • Hygienefachkraft eingebunden
  • Hygienebeauftragte Pflegefachkraft qualifiziert
  • Risikoprofil dokumentiert
  • Hygieneplan aktuell
  • Schulungen vollständig nachweisbar
  • MRE- und Ausbruchsmanagement geregelt
Gelb

Teilweise vorbereitet

  • Hygieneplan vorhanden, aber nicht vollständig aktualisiert
  • Schulungen finden statt, Nachweise aber lückenhaft
  • Hygienebeauftragte vorhanden, Aufgaben aber unklar
  • Risikoprofil noch nicht strukturiert dokumentiert
Rot

Akuter Handlungsbedarf

  • Keine regelmäßige Hygienefachkraft-Beratung
  • Keine benannte hygienebeauftragte Pflegefachkraft
  • Kein aktuelles Risikoprofil
  • Veralteter Hygieneplan
  • Fehlende Schulungsnachweise
  • Unklare Abläufe bei MRE, C. difficile oder Ausbrüchen

Lassen Sie Ihre Einrichtung unverbindlich einschätzen.

Leistungen

So unterstützen die Hygieneexperten Pflegeeinrichtungen

Von der Ersteinschätzung bis zur praxistauglichen Umsetzung.

Pflegehygiene-Erstcheck

Analyse Ihrer bestehenden Hygienestrukturen, Dokumente, Schulungsnachweise und Verantwortlichkeiten.

Erstellung des Risikoprofils

Strukturierte Bewertung der einrichtungsspezifischen Infektionsrisiken als Grundlage für Maßnahmen und Nachweise.

Hygieneplan-Update

Überprüfung und Aktualisierung vorhandener Hygienepläne mit Fokus auf Pflegepraxis und Prüfbarkeit.

Schulung & Belehrung

Praxisnahe Schulungen für Mitarbeitende, PDL, Heimleitung und hygienebeauftragte Pflegefachkräfte.

MRE- und Ausbruchsmanagement

Unterstützung bei Konzepten für MRSA, MRGN, VRE, C. difficile, Norovirus und weitere Infektionsrisiken.

Jahresbegleitung Pflegehygiene

Regelmäßige Beratung, Begehung, Schulungsplanung und Dokumentationscheck.

Kostenlos

Kostenlose Checkliste: Ist Ihr Pflegeheim vorbereitet?

Fordern Sie eine kompakte Checkliste zur Pflegehygieneverordnung an. Sie erhalten eine praxisnahe Übersicht der wichtigsten Prüfpunkte für Heimleitung, PDL und Qualitätsmanagement.

  • Praxisnahe Prüfpunkte
  • Übersichtlich strukturiert
  • Sofort einsetzbar
  • Kostenfrei per E-Mail
FAQ

Häufige Fragen zur Pflegehygieneverordnung

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